Einführung von Daniel Müller

Daniel Müller
Daniel Müller

Uns geht es gut. Oder? – Kaum einer von uns muss sich am Morgen überlegen, wie wir heute unsere Kinder ernähren können. Und selbst unter ganz schlechten wirtschaftlichen Bedingungen ist es noch selbstverständlich, dass unsere Kinder zur Schule gehen und medizinisch versorgt werden. Das ist nicht überall so. Auf Reisen bin ich oft überwältigt von dem Elend und der unbeschreiblichen Armut, in der viele Menschen leben und ums blanke Überleben kämpfen. Der Grad der Verwahrlosung und Entbehrung übersteigt für uns, die wir in privilegierten Verhältnissen aufgewachsen sind, fast unsere Vorstellungskraft.

Weltweit leiden derzeit über 854 Millionen Menschen an Hunger und Unterernährung. Mehr als acht Millionen sterben pro Jahr an ihren Folgen, das heißt: Alle vier Sekunden stirbt ein Mensch, weil er nicht genug zu essen hat. Betroffen sind davon hauptsächlich Kinder. Und die Zahlen steigen. Mehr als 115 Millionen Kinder im Grundschulalter haben auch keinerlei Zugang zu Bildung, d.h. sie lernen weder lesen noch schreiben und haben damit keine Chance, je dem Kreislauf des Elends zu entrinnen.

Was mich jedes Mal tief bewegt, ist jedoch zu sehen, wie diese große Not durch einen kleinen Beitrag gelindert werden kann. Vor mehr als 35 Jahren begannen wir durch erste Patenschaften, Kindern in den Slums von Kalkutta zu helfen. Aus den Anfängen hat sich im Laufe der Jahre ein großes Sozialwerk entwickelt.

Hilfe zur Selbsthilfe – das ist die beste Unterstützung. Wenn wir dafür sorgen, dass Kinder eine Schulausbildung bekommen und einen Beruf erlernen, sodass sie sich später eine eigene Existenz aufbauen können, bedeutet das nicht nur kurzfristige Hilfe, sondern echte Hoffnung und die Chance auf ein menschenwürdiges Leben in der Zukunft. „Hoffnung geben – Zukunft leben“, das Motto unserer internationalen Sozialarbeit ist zugleich auch unsere Vision. Inzwischen haben wir unsere Hilfe auf drei Länder konzentriert: Indien und Südafrika, wo weltweit die meisten Hungernden leben, sowie Israel, wo wir durch gemeinsame Bildungsprojekte jüdische und arabische Kinder unterstützen, um auf Dauer ein friedliches Zusammenleben der unterschiedlichen Volksgruppen zu fördern. „Als Jesus die vielen Menschen sah, hatte er großes Mitleid mit ihnen. Sie waren hilflos und verängstigt...“ heißt es in der Bibel (Matthäus 9,36).

Wir dürfen unsere Augen nicht vor den Nöten unserer Mitmenschen verschließen, sondern wir sind aufgefordert, hinzuschauen und etwas zu tun. Auf den folgenden Seiten möchten wir Ihnen die verschiedenen Projekte in den drei Ländern vorstellen und aufzeigen, was die Spendengelder dort bewirken. Lassen auch Sie sich inspirieren anderen zu helfen.

Mit herzlichen Grüßen aus Karlsruhe,
Daniel Müller
Geschäftsführer Missionswerk Karlsruhe gemeinnützige Missionsgesellschaft mbH
Vorstand Stiftung Missionswerk Karlsruhe

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