Guthaben auf der Bank
Viele reden heute von der Krise, aber ist die Krise wirklich was Neues? Nein, zu allen Zeiten gab es erschütternde Krisen und genauso besitzt Gottes Wort zu allen Zeitpunkten seine ewige Gültigkeit. Gleich zu Beginn des Neuen Testaments war Israel in einer gewaltigen Krise, dennoch sagte der Heilige Geist durch Paulus in 1 Tim 6,19: ... daß sie Gutes tun, reich werden an guten Werken, gerne geben, behilflich seien, und sich selbst einen Schatz sammeln als guten Grund für die Zukunft, damit sie das wahre Leben ergreifen.
Deshalb sollte es unser Bestreben sein, unser Guthaben auf der Himmelsbank zu vermehren. Vielleicht fragen Sie sich jetzt, wie soll das gehen, z. B. wenn wir alle den obigen Vers beherzigen und reich werden an guten Werken, gerne geben, behilflich sind und uns einen Schatz sammeln auf der Himmelsbank.
Huldah Buntain, unsere Indienmissionarin, hat eine „Essensbank” gegründet. Auf dieses „Bankkonto” können Sie z. B. Einzahlen und in Indien werden diese Beträge dafür benutzt, um
den Kindern Essen zu geben, ihre Grundbedürfnisse zu stillen. In vielen Schulen müssen die Schulleiter mit einem Minimum an Finanzen auskommen und können das Essensprogramm kaum
mehr aufrechterhalten.
Die Wirtschaftskrise hat Amerika noch härter getroffen als Europa. So bekommen viele Patenkinder von amerikanischen Pateneltern, die viel Geld verloren haben, nur noch eine ganz geringe Unterstützung. Doch der Hunger fragt nicht nach Krise. Deshalb wurde diese „Essenbank” gegründet, um das Defizit für das Essen möglichst aufzufangen, sowohl durch Einzelspenden wie
auch durch regelmäßige Spenden.
Alle Schüler an den Schulen der Mission bekommen zwar eine warme Mahlzeit täglich, aber die Mahlzeiten werden immer kleiner, weil einfach die Unterstützung für einige Kinder durch die
Krise gekürzt wurde. Genauso ist es mit dem Essensprogramm, das wir in den Straßen von Kalkutta aufrechterhalten. Immer mehr Menschen stehen Tag für Tag in der Schlange und warten sehnsüchtig auf das warme Essen. Die traurigen Augen, wenn das letzte Reiskorn aus der Schüssel gekratzt und wirklich nichts mehr da ist, sprechen eine furchtbare Sprache und lassen uns keine Ruhe.
Jesus erwartet von uns, dass wir dem Hungrigen das Brot brechen und wir möchten alles daransetzen, solange es Tag ist, dafür zu arbeiten, uns einzusetzen. Wir möchten dem biblischen Auftrag gehorsam sein. Wir sind Gott so dankbar, dass alle Kinder, die über uns unterstützt werden, den vollen Betrag von den Pateneltern bekommen und somit keine Not leiden. Wir sind jedoch für jeden dankbar, der in den Riss tritt für die Kinder, die von ihren Sponsoren aus den anderen Ländern jetzt nur noch teilweise unterstützt werden.
Bei unseren Besuchen in Indien und aus den regelmäßigen Briefen, die uns erreichen, wissen wir, dass erfreulicherweise die Schulen, die vom Missionswerk aus unterstützt werden, sich mehr als glücklich schätzen, die Dankbarkeit ist ganz offensichtlich. Die ganz „normale” Situation in Indien ist, dass die eine warme Mahlzeit täglich oft die einzige Mahlzeit ist, die die Kinder bekommen. Sie haben weder Frühstück noch Abendessen, geschweige denn einen Snack. Wenn wir wie in Manipur eine Schule komplett „unsere” Schule nennen dürfen, werden die Kinder natürlich völlig ausreichend versorgt. Einzelne Schulen jedoch haben häufig 1.000 bis 1.800 Schüler und werden von mehreren Ländern unterstützt, dann ergibt sich eine andere Situation.
Damit auch weiterhin für alle Schüler die Mahlzeiten gewährleistet sind, wurde diese „Essensbank” gegründet. Das gilt auch für die Menschen auf der Straße, sie haben nur diese eine Mahlzeit am Tage, und es werden immer mehr, die sich Tag für Tag anstellen. Die Realität ist grausam und erbarmungslos. Wir geben den Menschen nicht nur eine Mahlzeit, sondern wecken in ihnen neue Hoffnung und schenken ihnen damit neuen Lebensmut.
„Warum tut ihr das?” ist eine Frage, die die Hungrigen fragen. An diesem Punkt besteht dann eine gute Möglichkeit, den christlichen Glauben zu vermitteln. Wir bitten Sie ganz herzlich, uns auch weiterhin zur Seite zu stehen und dieses Programm mit Ihrer Spende zu unterstützen.
Das Guthaben, das sich auf Ihrer „Essenbank” ansammelt, lässt die Kinderaugen wieder strahlen. Sie geben dem Hungrigen zu essen, Sie helfen, damit in Indien geholfen werden kann. Stellvertretend für die vielen Hundert Kinder und Erwachsenen sagen wir Ihnen heute ein herzliches DANKE!
In Dankbarkeit
Daniel Müller
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