Renovierung eines Kindergartens in Jerusalem / 43. Projekt in Israel gestartet

Jerusalem: Israels größte und Israels ärmste Stadt. Viele Bedürfnisse können nicht aus dem eingeschränkten Etat der öffentlichen Hand erfüllt werden. Die aktuelle Statistik des „Israel Institute for Jerusalem Studies“ spricht für sich: rund 40% aller Menschen in Jerusalem und 50% der Kinder leben unterhalb der Armutsgrenze. Das entspricht 30% aller Familien in der Stadt.

Kindertagesstätte

Der Stadtteil Gonen-Katamon-Patt entstand in den 1950er- und 1960er-Jahren im Zuge des sozialen Wohnungsbaus. Der junge Staat Israel musste damals eine große Zahl von mittellosen Neueinwanderern aufnehmen. Seither gehört diese Gegend zu den ärmsten und dicht besiedeltsten Gegenden der Stadt. Vor allem die junge Generation ist von sozialen Problemen betroffen: soziales Gefälle, große Familien, Arbeitslosigkeit, Drogen, Jugendkriminalität, vorzeitiger Schulabgang. Die rund 26.000 Einwohner in diesem Stadtteil stammen aus den Ländern des Nahen Ostens, aus Nordafrika, aus Äthiopien und aus der ehemaligen Sowjetunion; 50% von ihnen erhalten Sozialhilfe, mehr als 60% leben in überdurchschnittlich beengten Wohnverhältnissen. Viele Eltern sind alleinerziehend, 30% der Einwohner sind unter 21 Jahren alt.

Seit einigen Jahren fördert das Missionswerk Karlsruhe im Stadtteil Gonen-Katamon-Patt Schulen und Kindergärten. Der Kindergarten, den das Missionswerk als 43. Projekt in Jerusalem unterstützen möchte, umfasst zwei separate Gruppen, die insgesamt 55 Kinder im Alter von drei bis fünf Jahren betreuen. Diese Kinder kommen vorwiegend aus dem umliegenden Wohngebiet und stammen aus den für diesen Stadtteil typischen sozial benachteiligten Verhältnissen. Die Kinder werden von 7.30 Uhr morgens bis 16.00 Uhr nachmittags betreut und erhalten täglich ein zweites Frühstück und ein warmes Mittagessen. Der lange Betreuungstag erleichtert es den Eltern, sich um das Einkommen der Familie zu kümmern.

Kindertagesstätte

Der bauliche Zustand des Gebäudes mit den beiden Kindergartenklassen hat sich mit den Jahren sehr verschlechtert. Dadurch erschwert sich die bestmögliche Betreuung der Kinder. Aus diesem Grund ist die Jerusalemer Stadtverwaltung an uns herangetreten mit der Bitte, diesen Kindergarten wieder in einen brauchbaren Zustand zu versetzen. Ich habe im Februar diesen Kindergarten besichtigt und mich von dem desolaten Zustand überzeugt und deshalb der Stadtverwaltung die Zusage gegeben, dass wir diesem Jerusalemer Kindergarten helfen werden.

Jeder, der sich an diesem Projekt beteiligen möchte, kann dies mit einer Spende tun, mit dem Verwendungszweck: „Israel-Kindergarten“.

Herzlichen Dank im Namen der Kinder aus Israel!

Daniel Müller