Südafrika
Südafrika ist ein Land, das viel zu bieten hat: herrliche Landschaften, ein 13 000 km langer Küstenstreifen sowie Gold- und Diamantminen.

Eines der Hauptprobleme der Regierung ist nach wie vor die hohe Arbeitslosigkeit. Während ein kleiner Teil der Bevölkerung – überwiegend Weiße – sich eines guten Lebensstandards erfreut, lebt über die Hälfte der schwarzen Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze. Deren Arbeitslosenquote liegt bei etwa 50 Prozent, bei Jugendlichen sogar über 70 Prozent. Gründe hierfür sind eine enorm hohe Kriminalitätsrate, die rasante Ausbreitung von Aids und die Hoffnungslosigkeit der Menschen, die aufgegeben haben, an eine bessere Zukunft zu glauben. Bis 2010 wird es in Südafrika laut Prognosen allein bis zu zwei Millionen Aidswaisen geben.

Renoviertes Gebäude, heute Büro
von PopUp
Die Vision ist auch hier: „Hilfe zur Selbsthilfe.“ Erziehung, berufliche Ausbildung und Gesundheitsvorsorge sind die besten Grundpfeiler, um aus diesem Elendskreislauf von Arbeitslosigkeit, Armut und Krankheit auszubrechen. Seit 2006 unterstützt das Missionswerk Karlsruhe die sozialchristliche Arbeit von PopUp (People Upliftment Project) mitten in Pretoria, der offiziellen Hauptstadt Südafrikas. Angerührt von der Not überall um sie herum, begannen Mitglieder einer Gemeinde in dem sozial brisanten Problemstadtteil Salvokop obdach- und arbeitslose Menschen buchstäblich von der Straße zu holen. Sie renovierten ein historisches Gebäude, das kurz vor dem Abriss stand, gaben den ersten 150 Obdachlosen zu essen, ein Dach über dem Kopf und begannen die Arbeitslosen, die noch nie eine Ausbildung erhalten hatten, in beruflichen Fertigkeiten zu schulen. Ihr Konzept hat sich bewährt: In den ersten fünf Jahren half PopUp so über 800 Menschen. Sie bekamen erstmalig eine Arbeit und wurden damit wieder in die Gesellschaft integriert.
Darüber hinaus unterstützt PopUp Arme in ganz Pretoria (1,9 Millionen Einwohner). Sie verteilen täglich kostenloses Essen an die Ärmsten der Armen in den Straßen der Hauptstadt. In einem eigenen Kleiderladen erhalten Bedürftige kostenlos Kleidung und Spielsachen. Der Sozialberatungsdienst für Traumatisierte und ihre Familien ist in den Armenvierteln, wo Drogen, Vergewaltigung und Kinderprostitution zur Tagesordnung gehören, ständig gefordert und muss dringend ausgeweitet werden.
Neuestes Projekt ist ein Kinderheim für Aidswaisen.
PopUp ist bei Wirtschafts- und Regierungsvertretern anerkannt und bereits weit über die Stadtgrenzen hinaus gewachsen. Die Deutsche Botschaft, die den Dienst von PopUp überprüft hat, kam zu folgendem Ergebnis: „Die Einrichtung kann ohne Einschränkung als gemeinnützige, praxisorientierte Institution bewertet werden. Eine Förderung der Einrichtung ist zu empfehlen.“
Im März 2006 haben sich Isolde und Daniel Müller persönlich ein Bild darüber gemacht, was die Spendengelder aus Deutschland in Südafrika bewirkt haben. Ihr Urteil: „Wir sind total begeistert, wie hier benachteiligten Menschen ganz praktisch geholfen wird und sie anstelle von Hoffnungslosigkeit jetzt eine Chance für ihr Leben bekommen.“

Hilfsprojekte in Südafrika

